Medikamente – Fälschungen können mehr schaden als heilen

Ein Bericht des Zollfahndungsamtes Essen aus dem Mai 2011 macht deutlich, das Medikamentenfälschungen und Medikamentenschmuggel ein wachsender Markt sind, den es zu bekämpfen gilt: “Wir raten den Verbrauchern dringend, Arzneimittel nur bei seriösen Quellen zu beziehen. Wer allzu sorglos und unbedacht im Internet Arzneimittel bezieht, nimmt billigend in Kauf, gefälschte Arzneimittel zu erhalten”, warnt Ulrich Schulze, Sprecher des Zollfahndungsamts Essen.
Denn die Einnahme solcher Arzneimittel-Fälschungen kann unter Umständen gefährlich, wenn nicht sogar tödlich sein, da diese Fälschungen oftmals ohne Wirkstoff oder gar mit dem falschen Wirkstoff versehen, verdünnt oder gestreckt sind. Dabei sind teilweise gemahlener Backstein, Mehl oder in seltenen Fällen sogar Rattengift oder Insektizide als Streckmittel enthalten. Außerdem verletzen Arzneimittelfälschungen Paten- und Urheberrecht sowie Marken- und Datenschutz.

Heute sind es lange nicht mehr nur Präparate wie Potenzmittel, Anabolika oder Diät-Pillen, die gefälscht werden. Auch Krebsmedikamente, Verhütungsmittel, Schmerzmittel und immer häufiger auch Antibiotika werden gefälscht und zum Großteil über das Internet vertrieben. Die WHO (World Health Organisation) geht davon aus, dass heute 10% der Arzneien gefälscht sind, in den Entwicklungsländern sollen es sogar 30% sein.

Um den Vertrieb von gefälschten Medikamenten zu unterbinden, arbeiten Pharmaindustrie und Zollbehörden heute eng zusammen. So  werden z.B. geheime Kennzeichnungen entwickelt, wie Hologramme, 2-D-Matrixen, irisierende Oberflächen und farbändernde Tinte.